Michael Jappe (1941 – 2026)
30.03.2026
Michael Jappe, Foto: Carole Wiesmann
Wir trauern um unseren ehemaligen Kollegen Michael Jappe, der eng mit der Schola Cantorum Basiliensis verbunden war und der am 30. März verstorben ist.
Michael war ursprünglich Cellist und absolvierte ein Viola da gamba-Studium bei August Wenzinger an der SCB. 1969 übernahm er eine Stelle als Gambenlehrer an der Musikschule der SCB, die er bis 2004 innehatte. In seinen letzten Berufsjahren betreute er zusätzlich die Instrumentensammlung der SCB und war damit auch in die Verwaltung des Instituts eingebunden. Die Voraussetzungen für diese Tätigkeit hatte er durch seine Sammelleidenschaft von alten Streichinstrumenten erworben.
Zeitlebens verfolgte er auch eine aktive Konzertlaufbahn, vor allem als Mitglied des Linde-Consorts am Violoncello und der Viola da gamba, wodurch er Konzertpodien auf der ganzen Welt kennen lernte.
Gemeinsam mit seiner Frau Dorothea Jappe-Hess (1942 - 2025), als Geigerin, Bratscherin und Viola d’amore-Spielerin ebenfalls frühere SCB-Elevin und Mitglied im Linde-Consort (und darüber hinaus auch eine bildende Künstlerin), beschäftigte er sich intensiv mit Repertoire-Studien zu Viola und Viola d’amore. Ergebnis ihrer von der SCB unterstützten Forschungen waren zwei wichtige Publikationen im Amadeus-Verlag Winterthur, die Viola d’amore Bibliographie (1997) und die Viola Bibliographie (1998). Michael hat ausserdem verschiedene musikhistorische Artikel verfasst und oft gemeinsam mit Dorothea Ausgaben unbekannter musikalischer Werke betreut.
Nach Michaels Pensionierung zog das Paar nach Trimmis ins Bündner Rheintal.
Wir erinnern uns an Michael als einen Menschen mit diskreter Persönlichkeit – und immer mit einem Zigarillo in der Hand. Er konnte sich aber schnell und mit Hingabe für Themen und Menschen begeistern, die ihm am Herzen lagen.
Michael hat viel für die Alte Musik und die Schola Cantorum Basiliensis geleistet und wird einen ehrenvollen Platz in unserem Gedenken einnehmen.
Die Leitung der Schola Cantorum Basiliensis
Nachruf: Mit herzlichem Dank an Thomas Drescher