Zum Tod des Flötisten Peter-Lukas Graf

07.01.2026

Zum Tod des Flötisten Peter-Lukas Graf

Foto: Schott Verlag, Mainz

Mit Peter-Lukas Graf ist wohl einer der letzten grossen Flötisten seiner Generation am vergangenen Silvesterabend verstorben. Kaum zu glauben über welch immense Zeitspanne, ungefähr ein dreiviertel Jahrhundert, sich sein musikalisches Wirken als Solist, Kammermusiker, Orchestermusiker, Lehrer und Dirigent, aktiv bis ins hohe Alter, erstreckt hat.

Von 1973 bis 1994 leitete Graf eine Ausbildungs- und Konzertklasse an der Hochschule für Musik Basel, mit grosser internationaler Ausstrahlung. Er bildete eine ganze Generation von Flötisten und Flötistinnen aus, von denen zahlreiche heute weltweit Orchesterpositionen oder Hochschulprofessuren innehaben. Damit hatte er massgeblich zum internationalen Renommee unserer Schule beigetragen.

Peter-Lukas Graf war bekannt als sehr strenger, fordernder Lehrer,  jeglicher Oberflächlichkeit abgeneigt. Dieselben Ansprüche stellte er auch an sich selbst; mit einer ausdauernden Selbstdisziplin arbeitete er bis ins höchste Alter von über 90 Jahren täglich mit und an seinem Instrument und stellte sich immer wieder neuen Herausforderungen.

Stets von der Musik, dem Text ausgehend, das Werk dem Komponisten nachgedacht, bleibt Peter-Lukas Graf uns ein starkes Vorbild einer tiefgründigen interpretatorischen Haltung, welche heute eher am Verschwinden ist, unserer Musikpraxis aber des öftern gut bekommen würde.

Felix Renggli, Professor für Querflöte an der Hochschule für Musik Basel