Gender Balance Action Screen - September
15.09.2026
Unsere Dauerausstellung mit wöchentlich wechselnden Portraits von Komponistinnen und Musikerinnen meldet sich nach einer kurzen Sommerpause zurück!
Die Arbeitsgruppe für Geschlechtergleichstellung („Gender Balance Action Group“) hat sich im Nachgang zum Festival Feminale Basel 2025 gegründet und strebt eine stärkere Verankerung von weiblichem Musikschaffen im Repertoire der Lehre an.
Im September stellen wir euch folgende Persönlichkeiten vor:
15.9.2026: Sarah Nemtsov (Bild)
22.9.2026: Chiyoko Szlavnics
29.9.2026: Elisabeth Maconchy
jeweils um 14.00 Uhr in der Cafeteria der Musik-Akademie Basel
Sarah Nemtsov (*1980 in Oldenburg) studierte Oboe und Komposition und zählt heute zu den erfolgreichsten Komponistinnen der Gegenwart. Ihre Musik verbindet das traditionelle Klangspektrum mit Elektronik, ungewöhnlichen Klängen, Geräuschen, Aktionen und steht im Dialog mit Literatur, jüdischer Geschichte und gesellschaftlichen Fragen. Seit 2022 ist sie Professorin für Komposition an der Universität Mozarteum Salzburg.
In ihrem Stück Orpheus falling (2014) wird das «Fallen» zum musikalischen Prinzip: Die Musiker:innen lassen Gegenstände und Alltagsobjekte auf den Boden oder in den Flügel fallen und erzeugen so eine düstere und perkussive Klangwelt, durchzogen von langen klagenden Linien der Klarinette und der Streicher.
Chiyoko Szlavnics ist eine in Berlin lebende kanadische Komponistin. Seit 2003 zeichnet sie Linienstrukturen als Ausgangsmaterial für ihre Kompositionen und ihre oftmals elektronischen Klanginstallationen. Mittels der Abstraktion von Linien untersucht sie vor allem räumliche Wirkungen und erreicht jene poetische Verdichtung, die sie in mikrotonale Kompositionen zu übersetzen versucht.
Elisabeth Maconchy (1907 – 1994) war eine britische Komponistin irischer Herkunft und eine der bedeutenden Stimmen der britischen Musik des 20. Jahrhunderts. Sie studierte Komposition am Royal College of Music in London bei Ralgh Vaugham Williams und setzte ihre Studien später in Prag bei Karel Boleslav Jirák fort. Sie heiratete William LeFanu mit dem sie 2 Töchter hatte. Auch ihre Tochter Nicolas Le Fanu wurde Komponistin. 1959 übernahm sie als erste Frau den Vorsitz des Composers Guild of Great Britain und wurde 1976 Präsidentin der Society for the Promotion of New Music.
Maconchy schrieb insgesamt 13 Streichquartette, die einen zentralen Teil ihres Schaffens einnehmen. Ihr 3. Streichquartett entstand 1938 und zeigt exemplarisch die für ihre Musik charakteristische konzentrierte motivische Arbeit.
Foto © Camille Blake