Forum Musikpädagogik - Gabriel Imthurn
Dienstag, 02.12. | 19:00 | 6-301 Vortragssaal
Im ersten Teil des Vortrags wird das „Kreislaufmodell Fachdidaktik Musik“ (Imthurn & Lichtsteiner, 2024) vorgestellt. Es wurde entwickelt, um die traditionell stark praxisorientierte Fachdidaktik Musik in der Schweiz in einen fruchtbaren Dialog mit dem wissenschaftlichen Diskurs des deutschsprachigen Raums zu bringen.
Die Musikdidaktik ist im deutschsprachigen Diskurs durch begriffliche Unschärfen und unterschiedliche Verständnisse ihrer Funktion geprägt. Während einige Ansätze sie als wissenschaftliche Disziplin verorten, betonen andere ihre normativen und praxisbezogenen Grundlagen und lehnen ihren wissenschaftlichen Anspruch grundsätzlich ab. Damit verbunden ist die Frage, wie praktisches, oft intuitiv erworbenes Handlungswissen in wissenschaftlich orientierte Strukturen integriert werden kann.
Imthurn und Lichtsteiner greifen dieses Spannungsfeld im „Kreislaufmodell Fachdidaktik Musik“ auf. Musikdidaktik wird darin als vermittelnde und integrierende Instanz verstanden, die wissenschaftliches Wissen und praktisches Können produktiv aufeinander bezieht. Dem Modell liegt die Annahme zugrunde, dass professionelles Wissen durch reflexive, empirische und theoretische Zugänge entsteht und sich über didaktische Konzeptionen, methodische Verfahren und praxisnahe Trainingsfelder in Handlungswissen überführen lässt. Forschung, Lehre und Unterricht werden in einem zirkulären System miteinander verknüpft, in dem Wissen und Können nicht als Gegensätze, sondern als wechselseitig transformierbare Dimensionen erscheinen. Normative Setzungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktisches Handlungswissen treten in eine produktive Wechselwirkung, die sich gegenseitig herausfordert, ergänzt und weiterentwickelt.
Im zweiten Teil des Vortrags wird das Modell auf die Fachdidaktik des Instrumental- und Gesangsunterrichts angewendet. Ausgangspunkt sind sowohl das Postulat einer impliziten Didaktik im künstlerischen Bereich als auch ausgewählte empirische Befunde aus dem Instrumentalunterricht. Gemeinsam soll diskutiert werden, wie das Modell Impulse für eine integrative, reflexive und forschungsbasierte Weiterentwicklung musikpädagogischer Praxis geben und so zur Professionalisierung von Instrumental- und Gesangsunterricht beitragen kann. Die Diskussion wird von Gabriel Imthurn gemeinsam mit Anne Günster moderiert.
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